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Wo sind Xavier, Cesidy, Ludwig, Mian…?

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Wo sind Xavier, Cesidy, Ludwig, Mian…?

Beitragvon Conny Junker » Sonntag 11. September 2016, 17:46

Wo sind Xavier, Cesidy, Ludwig, Mian…?

Das elysianische Waisenhaus beherbergt 40 Kinder, die sehr früh ihre Eltern verloren haben. Die meisten sind im Krieg mit den Rebellen gestorben. Andere Eltern sind an einer verheerenden Krankheit verendet, andere haben ihre Sprösslinge ohne einen Kommentar vor die Tür des Waisenhauses abgelegt. Jedes der Kinder sucht verzweifelt eine neue Familie, da die Betreuer diese nicht ersetzen können und diese sie nicht über ihren Verlust hinwegtrösten können.
Trotzdem haben nur wenige Kinder diese Chance, denn manche von ihnen sitzen schon seit Jahren in dem Heim fest.
Im Jahr werden statistisch etwa 10 Kinder vermittelt, was nicht einmal ein Kind im Monat ist. Im Gegenzug kommen jährlich doppelt so viele Kinder hinzu, was es natürlich erschwert jedes Jahr die Mittel für sie bereitzustellen. Denn die Kinder möchten mit Essen und Trinken versorgt sein, dazu ein ordentlicher Schlafplatz, Spielmöglichkeiten und ab einen gewissen Alter auch Ausbildungsmöglichkeiten, damit sie eine Chance im Leben haben.
Keine leichte Aufgabe für die Heimleitung und doch bewerkstelligen sie dieses Jahr für Jahr. Aber das ist nicht ihren außerordentlichen, organisatorischem Talent zu verdanken. Belege sprechen dafür, dass manche Vermittlungen nicht immer mit rechten Dingen von statten gehen.

Ich kam kaum im Waisenhaus an, da lief ein kleiner Junge auf mich zu und fragte aufgebracht:
„Wo ist Xavier? Wo ist er?“
Xavier schien wohl der beste Freund des Jungen gewesen zu sein. Ich vermutete, dass er an eine Familie vermittelt wurde und es der Junge nicht verstanden hatte. Daher hakte ich bei einer Betreuerin nach, ob meine Vermutung stimmte, aber diese verzog nur unglücklich das Gesicht und meinte schulterzuckend:
„Niemand weiß, was mit Xavier geschehen ist. Er ist letzte Nacht verschwunden. Gestern Abend habe ich ihn noch ins Bett gebracht, heute früh war es leer.“
Der Junge weinte laut, während ich mich stirnrunzelnd abwandte und mir vornahm dem näher nachzugehen.

Nach weiteren Recherchen stellte ich fest, dass weitere Kinder spurlos verschwunden waren. Es war eine gewisse Regelmäßigkeit zu erkennen. Im Monat verschwand mindestens ein Kind, meistens aber mehr.
Doch niemand konnte mir eine Antwort geben, wohin Cesidy, Ludwig und Mian verschwunden waren? Sie waren einfach von dem einen auf den anderen Tag nicht mehr da gewesen und niemand ging dem nach oder informierte jemanden. Ein Betreuer behauptete zwar, dass man den Stadtwachen Bescheid gegeben hatte, doch warum tat dann niemand etwas dagegen? Warum gab es keine Wachposten, damit es in der Nacht nicht zu solchen Verschwinden kommen konnte? Interessieren sich die Stadtwachen - die Fürstin - nicht für das Verschwinden der Kinder, da sie viel zu sehr in den Kampf mit den Rebellen vertieft sind, dass sie ihre Bevölkerung und zukünftigen Arbeiter und Wirtschaftsträger aus dem Blick verlieren oder hatte mich der Betreuer schlicht angelogen? Aber dann würde es bedeuten, dass das Heim dieses Verschwinden einfach duldete und nicht gewillt war etwas dagegen zu tun. Der Direktor sollte mich aufklären.

Doch der Direktor war nicht sehr erpicht darüber mit der Presse über die Probleme des Waisenhauses zu reden. Lag es daran, dass sie ihn nicht interessierten, ihn unangenehm waren oder er keine sah? Sein Büro war zumindest schmuckvoll ausgestattet und eröffnete eine ganz andere Welt zu dem bröckelnden Putz im Waisenhaus oder den durchgelegenen Matratzen, den verschmutzen Teppichen, den alten Spielzeugen… Auch er ist ein gepflegter, gutaussehender Mann, der mir offen seine teuer aussehende Uhr zeigte.
Seine Antworten waren einsilbig und nach wenigen Fragen, die mir keine Antworten brachten, setzte er mich vor die Tür. Es war eindeutig, dass er meinen Besuch im Waisenhaus nicht wünschte und ich schlich mich trotzdem ins Archiv. Mein Blick über die Unterlagen erschreckte mich, denn da waren regelmäßig hohe Zahlungen zu erkennen, die einfach als Spenden gebucht wurden. Nach diesen Zahlen sollte es nicht so schlecht um das Waisenhaus stehen, wie mir weisgemacht wurde.
Ich schrieb mir die Daten ab und verglich sie mit dem Verschwinden der Kinder.

Mian verschwand in der Nacht vom 29.09. zum 30.09.38 und eine hohe Geldzahlung ging am 01.10.38 ein. Xavier ging in der Nacht vom 20.12 zum 21.12.38 verloren und eine Zahlung wurde am 22.12.38 verbucht. Ich könnte weitere Beispiele bringen, die immer wieder auf das Gleiche hinauslaufen.
Das können keine Zufälle sein oder was meinen Sie, liebe Leser und Leserinnen? Glauben sie wirklich, dass das Zufälle sind? Denn das wollte mir der Direktor weismachen als ich ihn ein paar Tage später danach befragte. Er wies alle Anschuldigungen von sich und schickte mich sprichwörtlich zum Teufel.

Auf den Straßen fragte ich einen Impuls folgenden nach, ob hier Straßenkinder abhandengekommen sind. Tatsächlich wurde ich fündig, als man mir sagte, dass man lange nicht mehr Füchslein oder Piepsi gesehen hatte. Kinder, die nur unter einem Spitznamen bekannt sind. Aber es folgten gleich Kommentare wie, dass diese ja nicht wichtig waren, denn sie waren ja nicht mehr als Dreckflecken und Diebe auf den Straßen.
Ich sehe es anders. Es sind Kinder, die unsere Hilfe benötigen. Schutzbefohlene, die vom Staat unterstützt werden müssen, denn ohne Kinder gibt es keine Zukunft mehr.

Ich fordere Veränderungen und das nicht länger weggesehen wird. Darum bitte ich Sie, liebe Leser und Leserinnen, helfen Sie mir dabei. Halten Sie die Augen offen und zeigen Sie der Obrigkeit, dass Sie auf meiner Seite stehen.
„The Exile Chronologist“ wird jeden Ihrer Hinweise ernstnehmen und diesen nachgehen.

Bei uns wird nicht weggesehen, sondern gehandelt.

Ihre Conny Junker
Conny Junker
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