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Adaptierter Vampirismus: Erinnerungen an einen Versuch


Adaptierter Vampirismus: Erinnerungen an einen Versuch

Beitragvon Samuel McAllister » Dienstag 28. Juli 2015, 20:57

Adaptierter Vampirismus: Erinnerungen an einen Versuch – Nicolas von Arnstein


1. Vorwort:

Zu Beginn muss sich der Verfasser sogleich beim geneigten und interessierten Leser für die Unvollständigkeit und Ungenauigkeit des Berichtes entschuldigen. Das behandelte Experiment entstammte einer Zeit des allgemeinen Aufruhrs in Europa im politischen, religiösen und mentalitätsgeschichtlichen Sinne.
Im Zuge kriegerischer und gesellschaftlicher Umwälzungen hat der Verfasser selbst einige Opfer erlitten, darunter den Verlust seiner Unterlagen und durch eine Kopfverletzung auch zeitweise seines Gedächtnisses.
Es steht dem Leser daher frei, diesen Bericht als Humbug abzutun. Für die Echtheit kann der Verfasser nur mit seinem Namen bürgen. Und mit dem Ergebnis seiner Forschung.

2. Die Fragestellung:

Vorrangiges Interesse des Verfassers war die Verlängerung der menschlichen Lebenserwartung auf künstlichem Wege. Als praktizierender Alchemist und Schwarzmagier fand er alle bisherigen Ansätze entweder als nicht praktikabel oder schlicht als unbefriedigend.
Gerard van Swieten ist es zu verdanken, dass der Verfasser einen anderen Weg ins Auge fasste, der mehr Erfolg versprach.

In seinem Werk Vampyrismus berichtet der Forscher von seinen Beobachtungen in den östlichen Habsburgergebieten und versucht, den dort grassierenden Vampirwahn als Aberglauben der einheimischen bäurischen Bevölkerung zu entlarven.
Mit meinen damaligen Forschungskollegen reiste ich schließlich selbst in diese Ländereien, um zunächst van Swietens Beobachtungen zu bestätigen. Der Verfasser gibt hierbei aber auch zu bedenken, dass van Swieten offenkundig keinem richtigen Vampir begegnet ist. Dem Verfasser war diesbezüglich mehr Glück beschienen, zumal der Vampir sich freiwillig für das Experiment zur Verfügung gestellt hat.

Die Fragestellung lautete also wie folgt: Kann das menschliche Leben unter Zuhilfenahme des Vampirismus verlängert werden?

Der wissende Leser wird bei dieser Fragestellung wohl schmunzeln. Denn Vampire gelten nach allgemeiner Auffassung unter gelehrten Kreisen als unsterblich (oder als extrem langlebig, möchte der Verfasser hier einwenden). In der Tat wäre es ein Einfaches, durch den Vampirismus sein Leben künstlich zu strecken.

Der Verfasser muss jedoch einwenden, dass es durch den Vampirismus zu einer extremen Wesensumstellung des Betroffenen kommt, im biologischen wie im psychologischen Sinne. Der gemeine Vampir ist angewiesen auf Blut, auf Dunkelheit und auf die Befriedigung weiterer Bedürfnisse, die im Allgemeinen von den Bedürfnissen der Mehrheit der Menschheit abweichen.

Die präzisierte Fragestellung musste also wie folgt lauten: Kann das menschliche Leben unter Zuhilfenahme der positiven Eigenschaften des Vampirismus verlängert werden, bei gleichzeitiger Negation der negativen Eigenschaften des Vampirismus?


3. Die Natur des Vampirismus

Nach Wissen des Verfassers herrscht unter Naturforschern und Theologen kein einhelliges Bild über die Natur des Vampirs vor. Für die einen gilt er als Krankheit, die zu einer körperlichen Veränderung führt. Für die anderen ist er metaphysischer Fluch, manche sprechen sogar von einer Besessenheit.

Aufgrund von Beobachtungen und experimentellen Erkenntnissen ist der Verfasser der Ansicht, dass es sich in der Tat um eine dämonische Besessenheit handelt, deren Natur sich aber grundsätzlich von jener Beherrschtheit unterscheidet, die man als dämonische Besessenheit kennt.

Die vampirische Dämonie agiert ähnlich einem Virus, mit erstaunlichen mutagenen Eigenschaften. Der vampirische Dämon übernimmt die Herrschaft über den Wirt und erzwingt eine weitreichende körperliche Umgestaltung. Im Unterschied zum gewöhnlichen Dämon wird das Bewusstsein des Wirtes nicht versklavt. Vielmehr scheint es dem Verfasser nach zu einer Verschmelzung der Bewusstseine des Wirtes und des Dämons zu kommen. Oder aber der vampirische Dämon verfügt per se über nichts, das sich mit einem Bewusstsein vergleichen ließe.

Weiter ist der vampirische Dämon zu einer Art Fortpflanzung in der Lage, indem es dem Wirt möglich ist, andere bewusstseinsfähige Individuen in einen Wirt zu verwandeln. Hier zeigt sich die weitere Ähnlichkeit der vampirischen Dämonie zu einer Viruserkrankung.



4. Die Adaptierung des Vampirismus – das Experiment


Anwesende Personen:

< Nicolas von Arnstein
< Georg Fausten
< Viktor v. F.
< Antonin Draz

4.1. Der Ablauf

Zunächst wurde die Verwandlung der Versuchsperson durch den Vampir Antonin Draz im gegenseitigen Einvernehmen und unter Beobachtung der anderen genannten Gelehrten vollzogen. Die Prozedur folgte dabei dem üblichen Ablauf. Nach der Einnahme des vampirischen Blutes fiel die Versuchsperson in einen todesähnlichen Zustand.

Nun erfolgte die Beeinflussung der vampirischen Umgestaltung von außen. Der sich verwandelnde Körper der Versuchsperson wurde in regelmäßigen Abständen Stromschlägen unterschiedlichster Stärke durch die Apparaturen von Viktor v. F. ausgesetzt. Ziel hierbei war es, die Verwandlung des Probanden zu beschleunigen. Da der Körper durch die Elektrizität beschädigt wurde, musste sich der vampirische Dämon aus Selbsterhaltungsgründen beeilen, die Verwandlung zu vollziehen.

Nachdem die Verwandlung vollzogen war und die Versuchsperson das Bewusstsein wiedererlangte, wurde der geschwächte Dämon einem Exorzismus ausgesetzt, den Georg Fausten ausführte. Es handelte sich aber hierbei um eine Austreibung in abgewandelter Form, auf Grundlage jenes Werkes, welches später als das Voynich-Manuskript bekannt werden sollte. Hierbei sollte die dämonische Präsenz nicht vollständig ausgetrieben, sondern sie dem Willen und Körper des Wirtes unterworfen, das Verhältnis von Herrscher und Beherrschten umgekehrt werden.

4.2. Das Ergebnis


Die Versuchsperson überlebte die Transformation und den Exorzismus. Bei einer ersten, vorläufigen Untersuchung zeigten sich ein normaler, menschlicher Stoffwechsel, das Bedürfnis nach Schlaf, Atmung und dem menschlichen Körper genehme Nahrungsmittel. Fangzähne waren keine festzustellen.

In weiterer Folge wurde festgestellt, dass Sonnenlicht der Versuchsperson Schmerzen bereitet und ihrer Haut Schaden zufügt. Verbrennungen und Entzündungen sind die Folge von Sonnenlicht nach einer Bestrahlungsdauer von etwa einer Stunde. Es ist anzunehmen, dass eine durchgehende, vierundzwanzigstündige Bestrahlung durch Sonnenlicht zum Tod der Versuchsperson führt.

Hierbei ließ sich auch zweifelsfrei feststellen, dass die Versuchsperson über die Selbstheilungskräfte eines Vampirs verfügt. Diese erscheinen aber in der Schnelligkeit der Heilung der eines Vampirs unterlegen zu sein. Weiter ist die Versuchsperson nicht gefeit gegen Erkrankungen und Vergiftungen, wie Eigenversuche gezeigt haben. Der adaptierte Vampirismus, davon kann bereits gesprochen werden, vermag aber dagegen angemessen anzukämpfen.

Nachdem die Versuchsperson Mangelerscheinungen zeigte wurde durch Verabreichung von Blut deutlich, dass der transformierte Körper zusätzlich zu gewöhnlicher Nahrung Blut benötigt. Die benötigte Menge ist jedoch vergleichsweise gering. Gleiches gilt für die Abstände, in der eine Versorgung durch Fremdblut nötig wird.


Insgesamt muss gesagt werden, dass das Experiment kein voller Erfolg war. Die Nachteile, welche der Vampirismus mit sich bringt, sind noch zu evident, auf das dieses Verfahren auf breite Schichten der Bevölkerung Verwendung finden könnte. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft das Verfahren selbst oder aber der Status der Versuchsperson durch neue Erkenntnisse verbessert werden kann.

-- Nicolas von Arnstein


Anmerkung 1:

Ich habe das Gefühl, dass der Exorzismus nicht einwandfrei funktioniert hat. Mir ist, als lauere Etwas in mir darauf, zum gegebenen Zeitpunkt hervorbrechen zu können. Und der Gedanke an Blut, der Anblick von Blut bringt bisweilen meine Säfte zum Kochen. – Nicolas von Arnstein

Anmerkung 2:

Auch wenn eine potentielle Unsterblichkeit nie mit Sicherheit bewiesen werden kann, so scheine ich doch die Langlebigkeit des Vampirs mir angeeignet zu haben. Immerhin feiere ich heute meinen einhundertfünzigsten Geburtstag. – Nicolas von Arnstein
Samuel McAllister
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